MacBook Ladegerät: GaN-Charger vs Apple Original
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Ein Apple 140W USB-C Power Adapter wiegt 372 Gramm und kostet €99 — ein vergleichbares GaN-Ladegerät wie das Anker 747 Charger mit 150W wiegt 213 Gramm und kostet €89. Die GaN-Technologie (Gallium-Nitrid) hat seit 2019 die Lade-Branche umgekrempelt und Apple selbst hat ab 2021 begonnen, eigene GaN-Charger zu verbauen. Welcher Charger für welches MacBook taugt, was die Wattage-Unterschiede bedeuten und ob Drittanbieter wirklich gleichwertig laden, klärt der direkte Vergleich.
Was GaN technisch von Silizium unterscheidet
Klassische Netzteile nutzen Silizium-MOSFETs als Schaltelemente, die bei hohen Schaltfrequenzen ineffizient werden und viel Abwärme produzieren. Gallium-Nitrid-Halbleiter schalten bei deutlich höheren Frequenzen mit weniger Verlust, etwa 5 bis 10 Mal schneller als Silizium. Praktische Folge: GaN-Charger sind 30-50 Prozent kleiner und leichter als Silizium-Charger gleicher Leistung, weil weniger Kühlmasse und weniger große Spulen nötig sind.
Die ersten GaN-Charger kamen 2018 von Anker und RAVPower in den Markt. Anfangs waren sie spürbar teurer als klassische Netzteile und es gab Berichte über Inkompatibilität mit bestimmten MacBook-Pro-Modellen. Diese Probleme sind seit 2022 weitgehend gelöst, aktuelle GaN-Charger der dritten Generation wie GaN III oder GaN PRIME funktionieren mit allen USB-PD-Geräten zuverlässig.

Apple selbst nutzt seit 2021 GaN in eigenen Ladegeräten. Das 67W USB-C Power Adapter und das 140W USB-C Power Adapter für MBP 16" M-Chip sind beide GaN-basiert. Apple bewirbt das nicht aktiv, aber Teardowns von iFixit bestätigen die GaN-Bauteile. Der Unterschied zwischen Apple-GaN und Anker-GaN ist also nicht die Technologie, sondern Design, Preis und teilweise die Anzahl der Ports.
Wattage-Anforderungen pro MacBook-Modell
Apple gibt für jedes MacBook eine empfohlene Wattage an. Diese Werte sind Maximum-Werte für schnelles Laden, das MacBook lädt auch an niedrigeren Wattages, nur langsamer. Wer beim Wattage spart, riskiert kein Hardware-Problem, sondern nimmt nur längere Ladezeiten in Kauf. Wer mehr Watt als empfohlen nutzt, gewinnt nichts, da MacBooks die Aufnahme auf das spezifizierte Maximum begrenzen.
| MacBook | Empfohlen | Apple-Charger | Schnelladen |
|---|---|---|---|
| MacBook Air M2/M3 13" | 35W | €69 | Ja ab 35W |
| MacBook Air M3 15" | 35W | €69 | Ja ab 35W |
| MBP 14" M3/M4 | 70W | €89 | Ja ab 96W |
| MBP 14" M3 Pro/Max | 96W | €89 | Ja ab 96W |
| MBP 16" M3 Pro/Max | 140W | €99 | Ja ab 140W |
Konkret heißt das: Wer einen 35W-Charger am MBP 16" M3 Max nutzt, lädt etwa 4x langsamer als am 140W-Original. Während des Lade-Vorgangs kann das MacBook auch bei intensiver Nutzung mehr verbrauchen als der Charger liefert, dann entlädt sich der Akku trotz angeschlossenem Netzteil weiter. Beim MBP 16" mit Spitzenlast bis 140W braucht es entsprechend 140W Lade-Leistung, sonst entlädt sich der Akku unter Volllast.

Apple-Charger: Preis-Leistung im Detail
Apple verkauft 4 USB-C-Power-Adapter offiziell: 30W (€45), 70W (€89), 96W (€89) und 140W (€99). Alle GaN-basiert seit 2021. Die Stärken: Garantiert 100% Apple-Kompatibilität, AppleCare-Coverage bei Defekt, exakte Spec-Erfüllung. Schwächen: Single-Port-Design ohne Tablet- oder iPhone-Lade-Option parallel, kein USB-C-Kabel im Lieferumfang seit 2020 (€19 separat), bauformbedingt nicht besonders kompakt.
Vorteile haben die Apple-Modelle bei Reise-Setups, wenn nur das MacBook und vielleicht der AppleWatch geladen werden müssen und Garantie wichtig ist. Bei Familien-Setups oder Workstations mit mehreren Geräten parallel sind die fehlenden Mehrport-Optionen ein klarer Nachteil. Das 30W-Modell für €45 ist im Vergleich zu Drittanbietern mit 65W oder 100W für ähnlichen Preis nicht konkurrenzfähig.
Drittanbieter-GaN: Die starken Player
Anker, UGREEN, Belkin, Satechi und Hyper bieten alle vergleichbare GaN-Charger mit oft besseren Features als Apple. Anker 747 Charger (€89) liefert 150W über 3 USB-C-Ports und 1 USB-A, kann also MacBook Pro, iPhone und iPad parallel laden. UGREEN Nexode 100W (€59) bietet 4 Ports zum halben Apple-Preis. Belkin BoostCharge Pro 108W (€99) hat die kompakteste Bauform mit klappbaren Stiften.
Die wichtigsten Tests stammen aus dem ChargerLAB-Test-Lab in Hongkong und aus Reddits r/UsbCHardware-Community. Ergebnis: Aktuelle Drittanbieter-GaN-Charger erreichen 95-100% der Apple-Lade-Geschwindigkeit am MacBook und sind in der Effizienz teilweise sogar besser. Hitzeentwicklung ist bei Anker und UGREEN unter Volllast 3-5 Grad geringer als bei Apple, was auf höhere Bauteilqualität in den letzten Generationen hinweist.
Multi-Port-Charger: Die größte Stärke der Drittanbieter
Der praktische Mehrwert von Drittanbieter-GaN-Chargern liegt in der Multi-Port-Funktion. Ein Anker 747 mit 4 Ports ersetzt 3-4 Einzel-Netzteile am Reise-Setup. Bei intelligenter Power-Allocation gibt der Charger automatisch viel Wattage auf den Port, der am meisten zieht. Ein MBP 16" am alleinigen Port bekommt 140W, mit gleichzeitig angeschlossenem iPhone teilt sich die Leistung auf etwa 100W + 27W auf.
Diese intelligente Verteilung funktioniert dynamisch, nicht statisch. Wenn das iPhone abgesteckt wird oder fertig geladen ist, fließen automatisch wieder 140W in das MBP. Apple bietet diese Multi-Port-Logik nicht, dort braucht jedes Gerät ein eigenes Netzteil. Bei Wochenend-Trips spart das nicht nur Gewicht, sondern auch Steckdose.
Ein weiterer Aspekt sind die klappbaren Stifte, die fast alle aktuellen GaN-Charger der Premium-Marken bieten. Apple-Original-Adapter haben starre Stifte, die im Rucksack-Fach Kabel und benachbarte Geräte verkratzen können. Anker und Belkin bieten faltbare Stifte, die das Reise-Profil deutlich verbessern. Der Belkin BoostCharge Pro 108W liegt mit eingeklappten Stiften bei 67 × 67 × 30 Millimetern und passt in jede Hosentasche.
Konkrete Kaufempfehlungen pro Use-Case
Für die meisten Use-Cases gibt es eine klar bessere Option zwischen Apple-Original und Drittanbieter, je nach Setup-Anspruch.
- MacBook Air M2/M3-Nutzer im Single-Setup: Apple 35W USB-C Power Adapter (€69) wegen Garantie und Kompaktheit
- MBP 14" M3-Nutzer mit iPhone parallel: Anker 747 Charger 150W (€89) für gleichzeitiges Laden
- MBP 16" M3 Max Power-User: Apple 140W USB-C (€99) für absolute Spec-Erfüllung oder Anker 747 für Multi-Port
- Reise-Setup mit mehreren Apple-Geräten: UGREEN Nexode 100W 4-Port (€59) als günstigste Multi-Device-Lösung
- Schreibtisch-Setup stationär: Belkin BoostCharge Pro 108W (€99) wegen 3 Ports und klappbarer Stifte
- Backup-Charger für Notfall: Anker 511 Nano 30W (€25) als zusätzliches Reserve-Netzteil im Rucksack
Wer maximale Apple-Garantie und Spec-Sicherheit will, bleibt beim Apple-Original und zahlt einen leichten Aufpreis. Wer pragmatisch denkt und Multi-Port-Vorteile schätzt, fährt mit Anker 747 oder UGREEN Nexode 100W deutlich besser. Beide Optionen liefern Apple-äquivalente Lade-Geschwindigkeit, mehr Funktionen und einen niedrigeren Preis. Der MagSafe-3-Anschluss ist beim MBP Pro übrigens optional, der Lade-Vorgang funktioniert komplett über USB-C, was die Charger-Wahl unabhängig von Apple-Original macht.
Veröffentlicht durch die TechSetup-Redaktion. Veröffentlicht am 3. Juli 2026.
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